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Grundbildung

KV-Reform 2022 – «ist HIP»


Handlungskompetenzoriert, Interdisziplinär und Problembasiert. HIP.

So gestaltet die Berufsfachschule Uster die kaufmännische Ausbildung der Zukunft.

Kaufleute von morgen arbeiten in agilen Unternehmen, reagieren passend auf ständig wechselnde Ansprüche, finden sich in einem vernetzten Arbeitsumfeld zurecht, arbeiten in interdisziplinären Teams an Projekten und wissen mit neuen Technologien umzugehen.

Optimal auf die Zukunft vorbereitete Kaufleute zeichnen sich deshalb, neben profundem Fachwissen, aus durch: Kreativität, Kommunikationsfähigkeit, Teamfähigkeit (Kollaboration), kritisches Denken und digitale Kompetenzen.

Die KV-Reform 2022 setzt, anstelle von Fächern, neu auf Handlungskompetenzen. Die Berufsfachschule Uster hat dazu eine neue Unterrichtsmethode, die HIP-Methode entwickelt. Dabei geht es um kollaboratives, interdisziplinäres, selbstverantwortetes Arbeiten und Handeln in berufs-praxisnahen Situationen, den HIP-Modulen.

Erstellt und unterrichtet werden die HIP-Module durch Lehrpersonen in interdisziplinär zusammengesetzten Teams verschiedener Fachrichtungen. An einem Unterrichtsmodul arbeiten beispielsweise Sprach- und Wirtschaftslehrpersonen zusammen, unterstützt durch Lehrpersonen der Technik und Personen aus der Berufspraxis.
Die Berufsfachschule Uster gestaltet das neue „KV der Zukunft“ als ein reales Abbild der modernen Wirtschaft, interdisziplinär und zugleich in höchstem Masse fachkompetent.

Dank der Vernetzung neuer Kompetenzen und weiterhin dem Festigen der angestammten fachlichen Fertigkeiten kann die KV-Reform 2022 Mehrwert gegenüber der aktuellen Ausbildung generieren.

Die HIP-Methode, das Unterrichtsmodell der BFSU

HIP

Fachlehrpersonen verschiedener Fachbereiche konzipieren die HIP-Module In interdisziplinär zusammengesetzten Teams.

Ein HIP-Modul besteht aus dem Vorbereitungscase, dem Transfercase und einer individuellen Lern- und Reflexionsphase.

Im Vorbereitungscase knüpfen Problemstellungen an das Lebensumfeld der Lernenden an. Im Transfercase schaffen die Lernenden den Bezug zu ihrer persönlichen Berufswelt. In der individuellen Lernphase vertiefen sie die erworbenen Kenntnisse und die gemachten Erfahrungen. Abgeschlossen wird ein Modul mit der Reflexion über das Gelernte, über neu angeeignete Verhaltens- und Arbeitsweisen sowie über dazu gewonnene Erkenntnisse. Dabei wird der Kontext für die Weiterausbildung geschaffen.

Die Orientierung an Handlungskompetenzen – also die Ausrichtung an den berufspraktischen Tätigkeiten – ist das grosse Anliegen der HIP-Module. Es sind Unterrichtseinheiten mit starkem Praxisbezug, welche die Sinnhaftigkeit des Lernens und somit die Motivation der Lernenden erhöhen. Zudem wird der Unterricht durch den gezielten Einsatz elektronsicher Medien sinnvoll ergänzt und dadurch die digitalen Kompetenzen der Lernenden gefördert.

Aufbau einer Unterrichtseinheit

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Ziele

  • Bezug zur beruflichen und Lebens-Realität schaffen
  • Emotionale Bindung bewirken
  • Bedeutsamkeit, Sinnhaftigkeit erzeugen
  • Passende digital Tools anwenden
  • Nachhaltig Lernen
  • Erfolg erleben

Neue Unterrichtsorganisation, das Modell BFSU

Der Unterricht ist nach Handlungskompetenzen organisiert. Zwei bis drei HIP-Module werden blockartig in ein Semester integriert. Während des HIP-Blocks arbeiten Lehrpersonen aus verschiedenen Handlungskompetenzen und verschiedenen Fachrichtungen interdisziplinär zusammen.

Handlungsorientierte Unterrichtsorganisation: das Modell BFSU

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Dank der interdisziplinären Unterrichtsorganisation werden auch künftig hochausgebildete Fachlehrpersonen – Deutsch, Fremdsprache, Wirtschaft und Recht, Information, Kommunikation, Administration – in der Ausbildung junger Kaufleute unterrichten. Neu gestalten sie den Unterricht in Teams gemeinsam und stellen den Bezug zur realen Wirtschafts- und Arbeitswelt her. Interdisziplinarität ruft zudem nach der Beteiligung weiterer Fachgebiete aus der Umwelt der Digitalisierung und der digitalen Transformation, wie die Informatik, die Automation-Robotik oder Social Media.

Umsetzungsplanung an der BFSU

An der Umsetzungsplanung sind alle Lehrpersonen, welche Kaufleute unterrichten, beteiligt. Projektleiter der Umsetzung ist Abteilungsleiter, Valentin Böhm, valentin.boehm@bzu.ch. Er wird unterstützt von Cornelia Thaler, stellvertretende Abteilungsleiterin.
Die Entwicklung geschieht in den Fachteams. Sie werden von Teamleitungen geführt.

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Valentin Böhm Abteilungsleiter Wirtschaft
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Cornelia Thaler Stellvertretende Abteilungsleiterin Wirtschaft

Projektorganisation BFSU

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KV-Reform, Chance für die BFSU

Die BFSU nimmt die Reform und die anstehenden Veränderungen als Chance wahr, um die neue Ausbildung der angehenden Kaufleute attraktiv, zeitgemäss und innovativ zu gestalten. Für die Lernenden, die Lehrpersonen und die Schulleitung ergeben sich durch den Wandel neue Perspektiven, sei es beispielsweise in der Ausbildungsmethodik, in der Pädagogik, in der Rolle als Lehrperson, in der Führung und Organisation, in der Schulentwicklung oder in der Zusammenarbeit mit den Lehrbetrieben und den Partnerinnen und Partnern.

Dank unserer bisherigen, pädagogischen Leistungen und Innovationen – wir denken dabei an das Projekt «KV goes digital», an den Bildungsgang «BM2GO/Blended Learning» in der Berufsmaturität, an individualisierende Lernformen oder einfach an HIP – dürfen wir die Herausforderungen mit etwas Gelassenheit angehen, ohne dabei den nötigen Respekt vor der immensen Aufgabe missen zu lassen.

Informationen zur KV-Reform

Die reformierte kaufmännische Grundbildung tritt nicht 2022, sondern erst ein Jahr später, ab Schuljahr 2023/2024 in Kraft. Die Reform beginnt einlaufend ab 2023 mit dem ersten Lehrjahr. Die vorherigen Jahrgänge werden bis zum Abschluss nach der alten Bildungsverordnung weitergeführt.

Die Reform betrifft das heutige B- und E-Profil. Die bisherigen Fächer verschwinden und werden durch Handlungskompetenzen ersetzt: Handeln in agilen Arbeits- und Organisationsformen, Interagieren in einem vernetzten Arbeitsumfeld, Koordinieren von unternehmerischen Arbeitsprozessen, Gestalten von Kunden- und Lieferantenbeziehungen, Einsetzen von Technologien der digitalen Arbeitswelt. Im dritten Lehrjahr wählen die Lernenden aus vier Vertiefungsrichtungen (Optionen): Kommunikation mit Anspruchsgruppen in der Landessprache, Kommunikation mit Anspruchsgruppen in der Fremdsprache, Finanzen und Technologie.

Kaufleute EFZ: Grundmodell (ab 2023)

Grundmodell

Die Berufsmaturität ist von der Reform nur geringfügig tangiert. Die Fächerorganisation bleibt bestehen.

Nähere Informationen zur KV-Reform findet man auf der Website der Schweizerischen Konferenz der Kaufmännischen Ausbildungs- und Prüfungsbrachen (SKKAB).

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